Erstellt am 04 Jan, 2012 | Tags: | Kommentare (0)
Kaum hat das neue Jahr begonnen, schon sind die Helfer der Elektrogruppe des THW Ehingens wieder eifrig am Üben, um für eventuelle Einsätze auch im neuen Jahr gerüstet zu sein. Am Dienstag, den 03.Januar 2012, machten sich 14 THWler auf nach Reutlingendorf. Dort steht eine hochmoderne Biogasanlage zur Strom- und Wärmeerzeugung.
Das Übungsszenario war, dass es dort einen Ausfall der elektrischen Netzversorgung durch den örtlichen Energieversorger gibt und die Biogasanlage wieder mit Strom versorgt werden muss. Was allgemein recht wenig bekannt ist, ist dass das Blockheizkraftwerk mit einer gewissen Spannung versorgt werden muss, um den Energieerzeugungsprozess am Laufen zu halten. Andererseits kann die erzeugte elektrische Energie nur dann ins öffentliche Netz abgegeben werden, wenn ein öffentliches Netz überhaupt vorhanden ist. Bei einem Stromausfall ist dies nicht mehr der Fall. Wenn aber die Energie nicht mehr abgeführt werden kann, erhöht sich der Druck in der Biogasanlage, was auch, wie schon in den Nachrichten zu sehen war, zu einer Explosion führen kann.![]()
Bei der Übung wurde zum ersten Mal der neue LKW mit Ladebordwand des THW Ehingens eingesetzt. Gleichzeitig war aber auch noch sein Vorgänger im Einsatz, der im nächsten Monat ausgemustert werden soll. Für die Stromerzeugung hatte das THW seine große Netzersatzanlage mit 175 KVA aus der Garage geholt. In Reutlingendorf angekommen, machten sich die Helfer gleich ans Werk. Die Netzersatzanlage wurde startklar gemacht und mit einem 63A-Netzkabel wurde sie an die Biogasanlage angeschlossen. Natürlich durfte auch die notwendige Umfeld-Beleuchtung nicht fehlen, wobei hier Stative mit Scheinwerfern ausreichend waren, um die „Einsatzstelle“ sicher auszuleuchten. Um den Stromausfall zu simulieren wurde das örtliche Netz durch einen Trennschalter von der Biogasanlage getrennt. Dann wurde die Anlage mit Hilfe der 175 KVA-Netzersatzanlage wieder zum Laufen gebracht. Für das Blockheizkraftwerk, das über eine elektrische Leistung von 380KW verfügt, benötigt man eine Netzersatzanlage von ca. 75 KVA um den Prozess über längere Zeit sicher am Laufen zu halten. Die hohe Anschlussleistung der Rührwerke der Biogasanlage kommt dadurch zustande, dass in drei unabhängigen 120.000 Liter großen Becken die teigartige Biomasse in Bewegung gehalten werden muss. Wobei hier im Notbetrieb nur mit zwei der sechs Rührwerke mit einer Anschlussleistung von je 15 KW gearbeitet wurde. Für den Notbetrieb ist dies auch ausreichend, da hier die zwei Getrieberührwerke des Fermenters bewegt werden, die für den Prozess am wichtigsten sind.
Andrea Staudenmayer